Salsa-Festival Hamburg 2007 - Bericht vom Sonntag




Sonntag sind wir etwas früher am CCH, sitzen vor den Workshops noch ein wenig in der Sonne wo auch jemand anders mit einem Salsa-Armband sitzt. Nachdem wir einmal auf Verdacht Israel Gutierrez Schlachtruf 'Agua' äußern kommen wir ins Gespräch. Er ist aus München und alleine da, seine Tanzpartnerin hätte ihm am Donnerstag vorm Festival abgesagt. Es überrascht mich wie viele Tänzer und Tänzerinnen alleine anreisen.

Tamambo redet nach dem Workshop mit ein paar TeilnehmernUnser erster Workshop am Tag ist Tamambo, fit und ein Energiebündel obwohl er, wie er selber sagt, nur drei Stunden Schlaf bekommen hat. Er baut eine hübsche und irgendwie elegante Folge auf und ist dabei auch recht unterhaltsam - davon könnte er mal ein wenig mehr in seine DVDs einbringen, denen fehlt ein wenig Auflockerung ;)

Danach, ebenfalls im Intermediate, kommt Alex Da Silva, ein totaler Strahlemann der zwei kleine Folgen baut die mit beiden Händen geführt werden, dazu etwas wo der Herr die Dame 'hinstellt' und sie frei tanzen kann was immer sie will, dafür zeigt er eine Drehung am Boden als Beispiel die dazu führt das Birgit die nächsten Tage kräftigen Muskelkater in einem Bein hat. Außerdem erklärt er einen Weg schnelle Spin-Drehungen auf der Stelle zu machen wo der Herr den Schwung für die Drehung der Dame gibt. Alex da Silva ist eindeutig ein Showmensch der sich gut präsentieren kann, macht gute Folgen, doch irgendwas an ihm ist mir zu glatt, zu professionell.

Al Espinoza und Karla unterrichten SalsaNach der Mittagspause wechseln wir zu Advanced 2, wo Al Espinoza und Karla eine Folge aufbauen. Was ich sehr schön finde ist dass er manche Passagen langsam tanzt, sich bei manchen mehrere Takte Zeit lässt, damit das Tempo im Tanz abwechslungsreicher gestaltet. Außerdem geht Al auf kleine Spielereien in der Musik ein, die er immer wieder in seine Vorführung einfliessen lässt, er spielt mit der Musik statt sie nur als Taktgeber zu benutzen, das würde ich auch gerne (besser) können. Al baut die Folge sehr schnell auf, und ist entsprechend auch recht zeitig fertig. Die Teilnehmer sind hier deutlich konzentrierter als in den beiden Intermediate-Workshops davor.

Nach dieser Stunde wollten wir uns eigentlich mal Francisco Vasquez anschauen, aber er legt direkt zum Anfang seines Workshops so dermassen laute Musik auf dass wir keine Lust mehr haben und gehen. Stattdessen schauen wir bei den Pambos rein, die grade im cuban rueda unterrichten. Wir möchten zwar keine Rueda tanzen, aber die Stimmung ist hier einfach super nett.

Nach dieser Verschnaufpause gehts zu Advanced 1, Tamambo baut eine Folge auf. Eigentlich fühlte ich mich ganz gut, der Kopf schön leer, beim Versuch diese Folge mit dem Rücken zu Tamambo zu lernen merkte ich allerdings das mein Kopf auch weiterhin leer bleiben wollte und ich keinerlei Aufnahmefähigkeit mehr hatte - entweder sah ich nicht was Tamambo tat, oder ich stand so verdreht das ich es nicht ausführen konnte. Schade, aber wenn nichts mehr geht, geht halt nichts mehr. Also gucken wir diese Stunde nur zu, und sammeln ein wenig Kraft für die nächste.

Super Mario tanzt inmitten von KamerasDann danach kommt Super Mario, auch in Advanced 1. Hier klappt das schon ein wenig besser mit dem Umsetzen, Mario setzt zwar auch einiges voraus (Pizza turn, hemlock, ...), aber das krieg ich alles grade noch so umgesetzt. Naja, das meiste jedenfalls :) Einen besonderen Gag hat Mario sich für den Schluss aufgehoben, nachdem alle Leute mit Kamera zur Bühne gestürmt sind und sich angehört (und gefilmt?) haben wie er erklärt dass er keine DVDs mehr macht weil ihn die Raubkopien nerven, und dass er stattdessen demnächst Online-Kurse im Internet anbieten wird, sagt er ausserdem dass er die Folge nicht auf der Bühne wiederholen wird, sondern kommt zu uns runter auf die Tanzfläche wo die Masse an Filmern und Zuschauern ihn umringt. Und er tanzt dann auch nicht nur das was wir gelernt haben sondern tobt sich über 6 Minuten auf der Tanzfläche aus. Schöner Abschluss!

Nach den ganzen Workshops gehen wir ganz entspannt und gemütlich essen und kommen später zur Party wieder. Positive Überraschung: die Musik hat eine sehr angenehme Lautstärke zum Tanzen, es ist reichlich Platz auf den Tanzflächen. Sehr angenehm, leider nicht von Dauer, schon im ersten Showblock wird die Lautstärke mehrfach angehoben, an der einen Stelle so stark dass wir noch im Showblock gehen und nach Hause fahren.


Veröffentlicht am 22.07.2007 10:24 von sam  | » Mr. Wong | » yigg |  del.icio.us

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© 2007 Birgit Marita Jost und Sam Jost, Flensburg.